Warum Ladezeit über Anfragen entscheidet
Jemand steht an einer Baustelle, in einem Treppenhaus oder an der Bushaltestelle, sucht nach deinem Gewerk und tippt auf dein Ergebnis. Was in den nächsten Sekunden passiert, entscheidet, ob daraus eine Anfrage wird. Der Zurück-Knopf kostet ihn nichts.
Vier Schritte, bevor irgendetwas zu sehen ist
Die Adresse wird aufgelöst
Der Browser muss erst herausfinden, welcher Server hinter deiner Domain steckt, und dann eine verschlüsselte Verbindung aufbauen. Das sind mehrere Hin- und Rückwege durchs Netz. Im Mobilfunk dauert jeder davon ein Vielfaches von dem, was du am Schreibtisch gewohnt bist.
Das HTML kommt an, und der Browser hält an
Im Kopf des Dokuments stehen Stylesheets. Der Browser darf nichts zeichnen, bevor er die geladen und verstanden hat, sonst zeigt er ungestyltes Rohmaterial. Jede zusätzliche CSS-Datei, besonders jede von einem fremden Server, ist eine weitere Runde Warten, bevor überhaupt etwas sichtbar wird.
Die Schriften
Text braucht eine Schrift. Kommt sie von einem fremden Server, beginnt Schritt 1 von vorn: neue Domain, neue Verbindung. Kommt sie zu spät, springt der Text beim Wechsel um, und wer gerade liest, verliert die Zeile.
Bilder und Skripte
Erst jetzt kommt das große Bild ganz oben im Layout. Dazu die Skripte: Slider, Cookie-Banner, Chat-Fenster, Tracking. Jedes davon rechnet auf dem Prozessor des Handys, nicht auf deinem.
Fast immer sind es diese drei
Bilder in Originalgröße
Das Foto kommt direkt aus der Kamera, ein paar Tausend Pixel breit und mehrere Megabyte schwer. Im Layout ist es achthundert Pixel breit. Der Browser lädt trotzdem alles und rechnet es dann klein. Auf vielen Seiten ist das der mit Abstand größte Posten, für Pixel, die niemand je sieht.
Fremder Code, den keiner bestellt hat
Baukasten-Themes bringen Funktionen mit, die deine Seite nie benutzt, und laden sie trotzdem. Dazu ein paar Erweiterungen, ein Slider, ein Chat-Fenster, zwei Tracker, drei Schriftfamilien. Einzeln ist nichts davon schlimm. Zusammen ist es der Grund, warum es auf dem Handy hakt.
Ein Layout, das springt
Wenn Bilder ohne feste Maße eingebunden sind und Schriften nachträglich wechseln, rutscht der Inhalt beim Laden nach unten. Der Daumen tippt dann dorthin, wo eben noch der Anruf-Knopf war, und landet woanders. Google misst genau das mit und nennt es Core Web Vitals.
Dein Schreibtisch lügt dich an
Deine Seite am Rechner zu prüfen, ist ungefähr so aussagekräftig wie eine Probefahrt auf dem Parkplatz. Du hast eine schnelle Leitung, einen starken Prozessor, und die Seite liegt längst im Zwischenspeicher, weil du sie zum zehnten Mal öffnest.
Dein Kunde hat davon nichts. Er hat ein drei Jahre altes Telefon, zwei Balken Empfang und keine Geduld, weil er nebenbei etwas anderes tut. Alles, was du an Ballast sparst, sparst du auf seinem Gerät.
Weniger laden. Nicht schneller laden.
Der wirksamste Hebel ist unspektakulär. Jede Datei, die gar nicht erst angefragt wird, ist die schnellste Datei der Welt. Alles andere kommt danach.
Bilder in genau der Größe ausliefern, in der sie gezeigt werden, und in einem modernen Format. Schriften selbst hosten, auf wenige Schnitte begrenzen, und die vorladen, die zuerst sichtbar sind. Alles unterhalb der ersten Bildschirmseite erst laden, wenn es gebraucht wird. Und keinen Code mitschleppen, den die Seite nie benutzt.
Diese Seite hier ist genau so gebaut: von Hand, ohne Framework-Ballast, mit Schriften vom eigenen Server. Das ist kein Kunststück. Es ist eine Entscheidung, die man am Anfang trifft und dann durchhält.
So prüfst du es selbst
Handy nehmen, WLAN aus, privates Fenster auf. Deine Adresse eintippen und mitzählen, bis der erste Text lesbar ist. Dann einmal langsam von oben nach unten scrollen und darauf achten, ob etwas nachspringt.
Kommst du beim Zählen über vier, hast du das Tempo-Problem. Springt etwas, hast du das Layout-Problem. Beides ist reparierbar, oft ohne die Seite komplett neu zu bauen.
Oder du lässt es messen
Wenn du nicht selbst zählen willst, nimm den Sofort-Report. Du gibst deine Adresse ein, ich sehe mir Ladezeit, Handy-Ansicht und Auffindbarkeit an, und du bekommst das Ergebnis per Mail. Kostenlos, bei dir dauert es etwa dreißig Sekunden.
Warum die verbreitete Behauptung, im Handwerk habe kaum jemand eine Website, nachweislich nicht stimmt, steht im ersten Beitrag. Wie ich arbeite, steht im Studio, und im Playground liegen die Experimente, aus denen die Technik hier kommt.